Hauptinhalt
Fernwärme in Villmergen
Mit dem «Wärmeverbund Villmergen Nord» setzt die Gemeinde auf eine zukunftsorientierte Wärmeversorgung, die unabhängig von fossilen Brennstoffen bleibt, und legt damit einen wichtigen Meilenstein. Die hochmoderne Wärmezentrale südlich des Tennisplatzes nutzt erneuerbare Energie in Form von Hackschnitzeln aus unserem Rietenberger Wald, was zu kurzen Transportwegen führt und die lokale Wertschöpfung fördert.
Wie funktioniert Fernwärme?
Vom Wald ins Wohnzimmer
Die Grundlage der Wärmeversorgung durch die Wärmezentrale sind Hackschnitzel, welche aus dem lokalen Rietenberger Wald gefördert werden. Nachdem die Holzstämme ca. 1,5 Jahre an der Waldstrasse gelagert werden, findet die Verarbeitung mit dem Holzhäcksler zu Hackschnitzeln direkt vor Ort im Wald statt. Mit dem LKW werden die Hackschnitzel dann an die Wärmezentrale geliefert und dort im Schnitzelraum abgeladen. Der Bedarf an Hackschnitzeln ist abhängig von Wetter und Anzahl Wärmebezügern – in der ersten Ausbauphase wird mit einem Jahresbedarf von 1'500 m3 Hackschnitzeln gerechnet, im Endausbau kann dieser auf bis zu 4'000 m3 ansteigen.
Sobald die Hackschnitzel im Schnitzelraum angekommen sind, werden diese von einem sogenannten Toploader gleichmässig verteilt und via Schubbodenaustragung regelmässig in den Heizkessel befördert. In diesem werden die Hackschnitzel kontrolliert verbrannt, wodurch thermische Energie entsteht. Die Wärme wird durch einen Wärmetauscher in zwei Wasser-Energiespeicher übertragen. Die bei der Verbrennung entstandenen Gase werden durch moderne Filter mit einem elektrostatischen Verfahren abgeschieden, wodurch die Emissionen um 95 % reduziert und eine hohe Luftqualität sichergestellt werden kann.
Aus den Wasser-Energiespeichern fliesst das aufgewärmte, demineralisierte und enthärtete Wasser durch das Rohrnetz des Wärmevorlaufs in die angeschlossenen Gebäude. In der Wärmeübergabestation trennt ein Wärmetauscher das Wärmenetz von der gebäudeseitigen Kundenanlage und überträgt die thermische Energie auf das Heizungs- und Warmwassersystem. Dort wird die Wärme an die Raumluft und das Brauchwasser abgegeben. Das abgekühlte Wasser fliesst anschliessend über den Wärmerücklauf zurück in die Wärmezentrale, wo der Wärmeversorgungskreislauf von Neuem beginnt.
Bauetappen Hauptleitungsnetz
In der ersten Etappe werden im Jahr 2026 die Schulhäuser Mühlematten und Hof, die Gemeindewerke und der Werkhof sowie anliegende Haushalte bereits mit Wärme versorgt.
Ab 2027 werden in einer zweiten Etappe die Leitungen am Waagmattenweg, dem Forellenweg und der Bündtenstrasse erschlossen, welche die Anschliessung weiterer Haushalte ermöglichen werden.
Im Jahr 2029 werden in der dritten und vorerst letzten Etappe die Leitungen im Gebiet Schulweg und Hof ausgebaut.
Das Projekt «Wärmeverbund Villmergen Nord»
Eine erfolgreiche Partnerschaft
An der Gemeindeversammlung vom 24. November 2024 genehmigte die Villmerger Stimmbevölkerung das Projekt zum Bau des neuen Wärmeverbunds Villmergen Nord und zur Integration des bestehenden Wärmeverbunds der Sägerei Gottfried Stähli. Für die Realisierung des Vorhabens konnte erneut auf die langjährige Partnerschaft mit dem ewz gezählt werden. Darüber hinaus leisteten die beteiligten Planer, Unternehmer und Fachpartner mit ihrem Know-how und ihrem Engagement einen wesentlichen Beitrag zum Projekterfolg. Dank der engen Zusammenarbeit aller Beteiligten erfolgte am 1. April 2025 der Spatenstich für den Bau der Heizzentrale sowie des Wärmenetzes und markierte damit den offiziellen Baustart.
Bereits ein Jahr später konnten die Bauarbeiten der Wärmezentrale erfolgreich abgeschlossen und der neue «Wärmeverbund Villmergen Nord» in Betrieb genommen werden. Am 9. Mai 2026 wurde der Wärmeverbund bei strahlendem Wetter feierlich eingeweiht. Gemeinsam mit der Villmerger Bevölkerung feierten die GWV, das ewz sowie die beteiligten Planer, Unternehmer und Fachpartner diesen bedeutenden Meilenstein auf dem Weg zu einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Wärmeversorgung.
Erfahren Sie auf der Projektseite des ewzExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. noch mehr spannende Fakten und Details zum Bau und der Kooperation.
- Einfach und komfortabel
Sie müssen sich weder um Wartung noch Investitionen oder Energiebeschaffung kümmern.
- Förderbeiträge
Der Kanton unterstützt Sie finanziell, wenn Sie Ihre Gas- oder Ölheizung durch einen Fernwärmeanschluss ersetzen.
- Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen
Sie heizen umweltfreundlich, ohne von einer möglichen Knappheit fossiler Brennstoffe betroffen zu sein.
- Erneuerbare Energie aus der Region
Die Holzschnitzel werden aus nachwachsenden Rohstoffen Villmerger Wälder gewonnen.
- Wärmelieferung an Gebäudezuleitungen
- Für Kunden des Wärmeverbunds Villmergen Nord
Das Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen unterstützt Sie mit Förderbeiträgen, um den Energieverbrauch Ihrer Liegenschaft unter anderem durch bauliche Massnahmen, wie den Anschluss an ein Wärmenetz, zu senken.
Hier mehr erfahren: Das GebäudeprogrammExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.
Noch Fragen?
Kontaktieren Sie uns für weitere Informationen. Ihr direkter Ansprechpartner steht Ihnen gerne zur Verfügung:
Leiter Energielösungen und Dienstleistungen
E-Mail: jonas.moos@gwv.ch
Telefon direkt: 056 619 72 33
| Name | Online | Download |
|---|
| Name Vorname | Funktion | Telefon | Kontakt |
|---|